STUTTGART/LEINFELDEN-ECHTERDINGEN. Vor dem Hintergrund des 175. Geburtstags des CVJM verabschiedete die Delegiertenversammlung des Evangelischen Jugendwerks in Württenberg (EJW) am vergangenen Samstag einen Wahlaufruf zu Kommunal- und Europawahl. „Angesichts gesellschaft-licher Spaltung, parteipolitischer Agitation und dem Schüren von Ängsten und Fremdenhass bekennen wir uns zur Menschenfreundlichkeit des Evangeliums. Auf dieser Basis rufen wir alle Wählerinnen und Wähler auf, ihre Stimme abzugeben für Respekt, Nächstenliebe, Frieden und ein solidarisches Miteinander“, heißt es in dem Papier, das von den 155 Delegierten aus Bezirken und Orten fast einstimmig beschlossen wurde. 

Dieter Braun, Fachlicher Leiter des EJW, erläuterte, dass das EJW, der größte konfessionelle Jugendverband in Baden-Württemberg, als wichtiges Mitglied im CVJM Deutschland seine Wurzeln im CVJM habe. Dieser Verband feiert in diesem Jahr seinen 175. Geburtstag. „Der CVJM hatte von Anfang an nicht nur eine geistliche, sondern auch eine politische, eine europäische und eine globale Dimension“ sagte Braun vor den Verantwortlichen der evangelischen Jugendarbeit in Württemberg. Die weltweite YMCA-Bewegung wurde 1844 in London in einer sozialpolitischen Umbruchsituation gegründet. Der 22-jährige Tuchhändler George Williams kümmerte sich damals um 13 bis 14-jährige junge Männer, die durch einem 16-Stunden Arbeitstag ausgebeutet wurden. „George Williams wollte ihnen ein warmes Essen, Gemeinschaft und Halt durch das Evangelium geben“ so Braun. Der CVJM sei von Anfang an auch eine europäische Bewegung gewesen. Dies wurde 11 Jahre später bei ersten CVJM-Weltkonferenz anlässlich der Weltausstellung 1855 in Paris deutlich, bei der 99 Vereine aus 13 Ländern vertreten waren. Die jungen Delegierten verabschiedeten bei diesem ersten weltweiten Treffen die „Pariser Basis“. Sie ist noch heute Grundlage der Arbeit der weltweiten CVJM-Arbeit. 

https://cvjm.de/ueber-uns/cvjm-ist/pariser-basis/